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Pünktchen im Kopf

  • Autorenbild: Verena
    Verena
  • 1. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Aug. 2025

Das nächste Staging (MRI / PET-CT) stand an.Ein paar Tage später saßen Werner und ich im Wartebereich der Dermatologie im Circle zur Befundsbesprechung.

Werner war zu dieser Zeit bei jeder Besprechung dabei – was für mich eine enorme Unterstützung und Bereicherung war.

Im Nachhinein habe ich mich oft gefragt, ob das nicht viel zu viel für ihn war.

Mit Sicherheit war es das.

Er hat ja – zusammen mit seiner Mutter – meine komplette Familie vor Ort ersetzt und viel getragen.

Im Praxiszimmer angekommen, teilte uns der Assistenzarzt mit, dass mein Körper metastasenfrei sei.

Ich dachte im Stillen: Kein Wunder – so, wie mein Körper auf die Nebenwirkungen der letzten Wochen reagiert hatte, hält das selbst keine Metastase aus.

Kleiner Spaß – natürlich habe ich innerlich gejubelt.

Im Gehirn sah es jedoch anders aus.

Im MRI stellte man kleine Punkte fest:Hirnmetastasen.

Nein, bitte was? In mir brach eine Welt zusammen – wieder einmal.

Man beruhigte mich: Sie seien noch klein, eine Strahlentherapiesitzung sei vorgesehen, und danach würde man erneut nachschauen.„Ist Ihnen nicht schwindlig im Kopf?“, fragte mich der Arzt.„Ja, natürlich ist mir schwindlig – aber das können ja auch die Medikamente sein“, sagte ich.

Mein Professor, der zum Glück an diesem Tag da war, schaute kurz bei uns vorbei und äußerte sich zuversichtlich mit den Worten:„Ich habe viele Patienten mit diesem Befund.

“Dann verschwand er wieder.

Auch wenn man diese Diagnose niemandem wünscht, ist man dennoch froh, nicht der oder die Einzige damit zu sein.

Die Ärzte waren routiniert, sahen solche Befunde wahrscheinlich wöchentlich.Und das Wichtigste: Sie müssen klar bleiben – und auch eine gewisse Abgrenzung wahren.

Man verband die Strahlentherapie stationär mit einer Colitisbehandlung, die noch nicht ganz abgeheilt war.

Im Spital ging es dann in eine völlig neue Abteilung:Zur Radioonkologie.

Diesmal hatte ich eine Oberärztin, die mich begleitete.

Die Ärztinnen und Ärzte waren routiniert, sahen solche Fälle wahrscheinlich täglich oder wöchentlich.Und wieder: Das Wichtigste ist, abgegrenzt und vor allem klar zu bleiben, um diesen Job machen zu können.

Es wurde ein Abdruck meines Hinter- und Vorderkopfes gemacht und eine Maske für die

Bestrahlung angefertigt.

Dann wurde mir der Ablauf der Bestrahlung erklärt –natürlich auch hier: die Nebenwirkungen.

Das Erste, was mir in den Sinn kam: Haarverlust.

„Nein, Sie werden punktuell bestrahlt. Sie verlieren nur an den bestrahlten Stellen die Haare.“

Was jedoch ein Thema war, war die Fatigue (Ermüdung, Erschöpfung), die durch die Bestrahlung entstehen kann.

Die Bestrahlung an sich war keine große Sache –außer, dass man ganz ruhig und sehr eng eingeklemmt in die Maske auf dem Tisch liegen musste.

Nach der Bestrahlung bekam ich dann wieder meine Infusion für die Colitis.


Danke, Werner, für deine wundervolle Begleitung in dieser Zeit.



 
 
 

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