Ordnung, Freude und Zugehörigkeit
- Verena

- 14. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Dez. 2025

Vor der Kopf-OP war es mir ein Bedürfnis, mein Testament zu schreiben. Ich fand einen Anwalt, der sehr flexibel war und mein Anliegen umgehend bearbeitete. Einen Tag vor der OP saß ich auf meinem Bett im Spital und schrieb sein Geschriebenes ab, damit es rechtsgültig war. Ein seltsames und zugleich erleichterndes Gefühl. Ich wollte die Dinge geordnet haben und kein Chaos hinterlassen, falls etwas passieren würde. Die Endlichkeit hatte plötzlich einen präsenten Platz in meinem Leben. Nichts war mehr selbstverständlich. Auch die Zugehörigkeit wurde für mich ein zunehmend wichtiges Thema. So fragte ich Werner, als er mich im Spital besuchte, ob wir nicht heiraten wollten. Meine Frage überrumpelte ihn, glaube ich, sehr. Aus heutiger Sicht können wir uns beide nicht mehr genau an die Situation erinnern.
Woran ich mich jedoch noch sehr genau erinnern kann und bis heute mit jeder Zelle fühle,

ist das Gefühl, als wir beschlossen haben zu heiraten. Es war pure Freude, ein richtiger Energiebooster für meinen Körper. Mamma mia, hatte ich ein Fest und strahlte mit der Sonne um die Wette. Da war ein Ereignis, auf das ich mich freuen konnte, egal wie die Situation momentan war. Ich fing an, mit Werner zu planen und zu organisieren, und vergaß dadurch auch zeitweise meinen gesundheitlichen Zustand. Auch war da die stille Hoffnung, dass sich durch den Namenswechsel mein Gesundheitszustand eventuell ändern würde. Es fühlte sich an wie ein freudiger Neubeginn, der wieder Zuversicht, Hoffnung und Freude ins Leben brachte.
Und der wertvollste Wunsch erfüllte sich für mich.
Ich fühlte mich zugehörig.



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