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Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

  • Autorenbild: Verena
    Verena
  • 4. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Aug. 2025

Dieser Satz würde mich noch lange begleiten …Positiv wie negativ .

Die zweite Immuntherapie hatte ich hinter mir.Das war eine völlig andere Geschichte als die Systemtherapie.

Die Nebenwirkungen waren in einem kleinen Medikamentenpass aufgeführt, den man empfohlen bekam, stets bei sich zu tragen.

Die Ärzt*innen rieten klugerweise, die Nebenwirkungen nicht zu genau zu studieren – damit man sich nicht in alles hineinsteigert.

Was sie mir jedoch immer wieder ans Herz legten:"Wenn etwas ist, melden Sie sich sofort!"

Ich fragte dann:"Woran merke ich denn, wann ich mich melden muss – und wann nicht?"

Sie antworteten:"Das merken Sie dann schon!"

Und so war es auch.

Zwischen Symptomen und Nebenwirkungen liegt ein großer Unterschied.

Ich weiß nicht mehr genau, wie es begann.Vielleicht erklären die Bilder einen Teil davon von selbst.

Ich fühlte mich abgeschlagen, hatte kaum Hunger und war innerlich richtig niedergeschlagen.

Hinzu kam ein hartnäckiger Durchfall, der sich im Nachhinein als Colitis herausstellte.

Das kann natürlich als Nebenwirkung auftreten.Bei mir war es leider schwer behandelbar, und ich kam das erste Mal seit meiner Diagnose ins Spital – zur Behandlung und für Infusionen, die gegen die Colitis wirken sollten.

Auch hier gaben meine wunderbaren Ärzt*innen wieder ihr Allerbestes.

Mein behandelnder Professor teilte mir bei der Visite mit:"Die Immuntherapie hat angeschlagen. Aber wir müssen erst Ihre Colitis in den Griff bekommen, bevor wir weitermachen können."

Ich verlor zehn Kilogramm, und seelisch wie psychisch ging es mir gar nicht gut.

Mir wurde klar, wie wichtig der Darm für das gesamte System ist – psychisch wie körperlich.

Ich erinnere mich noch, wie ich auf dem Balkon mit meinem Partner Werner ernst und verzweifelt sprach:"Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr kann. Jetzt musst du übernehmen."

Da ich es gewohnt war, mein Leben selbstständig zu führen – ein Macher, ein Pusher, auch für andere – wurde mir nun bewusst: Ich brauche Unterstützung.

Die Infusionen gegen die Colitis schlugen leider nicht an.

Ich bekam hochdosiertes Cortison gegen die Entzündung.

Ab da wurde dieses Medikament für ein Jahr mein täglicher Begleiter.Es war Fluch und Segen zugleich – vor allem psychisch wirkte es sich negativ auf mich aus.Im Nachhinein glaube ich, war ich oft ungerecht und gereizt.

Nach dem vierten oder fünften Spitalbesuch innerhalb von zwei Monaten – ich war mittlerweile Stammgast auf der Station – bekam ich eine neue Infusion, die endlich Wirkung zeigte.

Es war kein superneues Medikament, sondern ein älteres – altbewährt, sozusagen.

Oh Mann, ich war so froh – endlich ging es wieder aufwärts.Auch diese Etappe war überstanden.

Doch seelisch hatte alles Spuren hinterlassen.Ich war innerlich angeschlagen, meine Positivität und innere Stärke ließen diesmal länger auf sich warten.

Mir wurde bewusst, dass dieser Weg länger dauern würde als gedacht.Da war nichts schönzureden.

Und dennoch:Ich war sensationell betreut und dafür sehr dankbar.


 
 
 

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