Die Immuntherapie
- Verena

- 26. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Juni 2025

Die ersten drei Monate waren vorbei, und der Plan war, die Systemtherapie abzusetzen und mit der Infusionstherapie zu starten.
Das PET/MRI-Ergebnis sah sehr positiv aus. Bis auf kleine Stellen im Bauchraum waren alle Metastasen verschwunden.
Was für ein Erfolg! Das Leben hatte mich wieder. :)
Ich war so motiviert und überlegte bereits, wo ich als Nächstes arbeiten wollte.
Nun sollte die Infusionstherapie beginnen, um die restlichen Metastasen zu beseitigen.
Ich hatte etwa zwei bis drei Wochen Medikamentenpause bis zum Start der Immuntherapie, als ich abends in der Badewanne einen kleinen Knoten an meiner Brust entdeckte.
Ich hatte doch gerade erst die Chemotabletten abgesetzt – und jetzt schon wieder neue Metastasen?
Waren die Tabletten nicht nachhaltig genug? Oder war das Melanom so aggressiv?
Völlig verzweifelt saß ich am nächsten Tag in der Sprechstunde der Dermatologie.
Die Ärztin tastete meine Brust ab und bestätigte: Es war eine Metastase.
„Wir können Sie operieren“, bot sie mir an.
Doch eine innere Stimme sagte mir: Nein.
Die Immuntherapie würde ja bald beginnen – und ich vertraute auf sie.
Trotz meiner großen Angst, Unsicherheit und dem Gedankenkarussell hatte ich immer wieder Momente voller Hoffnung, Kraft, Vertrauen, Zuversicht – und innerer Klarheit.
Ich meine damit nicht bloß positives Denken. Nein, es war eine tiefe Art von Vertrauen – in mich und in meinen Körper.

An dieser Stelle möchte ich meine Schwiegermutter Silvia erwähnen, die mich vor Ort
begleitet hat wie niemand sonst.
Für sie war es selbstverständlich, mich zu meiner ersten Immuntherapie zu begleiten.
„Sonst bist du so allein“, sagte sie.
Sie kam von Chur nach Uster, fuhr mit mir in die Tagesklinik, wartete, begleitete mich nach Hause – und fuhr wieder zurück nach Chur.
So etwas kannte ich gar nicht, und es berührte mich zutiefst.
Die erste Therapie begann – und schlug an.
Der Knoten in der Brust verschwand.
Es war für mich wie ein Wunder, wie schnell alles Wirkung zeigte.
Ich – ein echtes Glückskind!



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